Großartige Spende der TARGOBANK AG – Team Wetzlar! Wir sagen DANKE

2. April 2026

Beitragstext von Sindy Kassis: 

„Bis zum Abend des 9. August 2023 hätte ich nicht gedacht, welche Bedeutung der Monat Oktober oder der 4. Februar einmal für mich haben würden. Denn am 10.08.2023 erhielt ich die Diagnose Brustkrebs – und dass, obwohl ich am Tag zuvor noch felsenfest davon überzeugt war, kerngesund zu sein. Von einem Moment auf den anderen war ich eine von acht Frauen, die im Laufe ihres Lebens mit dieser Diagnose konfrontiert werden.

Nicht nur meine eigene Welt geriet innerhalb weniger Minuten aus den Fugen, sondern auch die meiner Familie, meiner Freunde – und in gewisser Weise auch die meiner „Teilzeitfamilie“, meinem Team der Filiale Wetzlar. Plötzlich war das Thema ganz nah und persönlich.

In dieser herausfordernden Zeit habe ich sehr viel Rückhalt erfahren. Neben der großartigen Unterstützung aus meinem Team erhielt ich auch wertvolle Hilfe durch Kolleginnen und Kollegen sowie durch die Ehepartnerin eines Kollegen. Gerade zu Beginn konnte sie mir viel Sicherheit geben – in einer Phase, die vor allem von Unsicherheit, Fragen und innerem Chaos geprägt war.

Christine Düsterwald Filialleiterin (links außen), Sindy Kassis stellvertretende Filialleiterin, Kira Schäfer; Quelle TARGOBANK AG, Wetzlar

Ein besonders wichtiger Kontakt entstand durch meine Filialleiterin Christine Düsterwald: Sie brachte mich mit Kira Schäfer in Verbindung. Kira ist selbst betroffen und engagiert sich ehrenamtlich als Unterstützerin und Regionalvertretung Hessen für den Verein Brustkrebs Deutschland e.V. – Prognose Leben. Der Verein wurde bereits 2003 gegründet und verfolgt bis heute drei zentrale Ziele:
die Förderung von Prävention und Früherkennung sowie den Abbau von Tabus rund um das Thema Brustkrebs,
die Bereitstellung fundierter Informationen und Unterstützung für Betroffene, Angehörige und Fachpersonal, sowie die Förderung unabhängiger Forschung. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden und Sponsoring.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen: Einerseits ist es gut, zu Beginn nicht zu wissen, was einen wirklich erwartet – mein erster Satz an mein Team lautete damals noch: „In sechs Monaten bin ich wieder da.“ Andererseits lernt man in dieser Zeit unglaublich viel: über die Krankheit, über medizinische Zusammenhänge und nicht zuletzt über sich selbst. Wer zuvor keinen Berührungspunkt mit diesem Thema hatte, kann sich kaum vorstellen, was eine solche Diagnose bedeutet.

Ich bin sehr dankbar für die kompetente und umfassende Betreuung durch meine Ärzte und dafür, dass ich mich zusätzlich selbst intensiv informieren konnte. Erst später habe ich erfahren, dass auch mein Onkologe eng mit Brustkrebs Deutschland e.V. zusammenarbeitet – wovon ich letztlich doppelt profitieren konnte.

All diese Informationen haben mir geholfen, meinen eigenen Weg zu finden: Einen individuellen Plan, der ergänzend zur Schulmedizin meine Behandlung und Genesung positiv unterstützt hat. Die wichtigsten Säulen waren dabei Bewegung und Sport, eine gesunde Ernährung sowie der bewusste Erhalt sozialer Kontakte. Gerade Letzteres wird oft unterschätzt: Die Krankheit betrifft nicht nur die erkrankte Person, sondern auch das gesamte Umfeld. Für mich bedeutete das unter anderem, regelmäßig meine Kolleginnen und Kollegen zu besuchen, gemeinsam – möglichst gesund – Mittag zu essen und im Austausch zu bleiben, auch an Tagen, an denen mir mental nicht danach war.

Inzwischen sind die Akuttherapien abgeschlossen, die begleitende Medikation läuft weiter und zusätzlich nehme ich an einer Studie teil, um der Erkrankung weiterhin mit allen verfügbaren Mitteln zu begegnen.

Ich habe mich sehr darauf gefreut, wieder arbeiten zu können. Gleichzeitig hat mir die Wiedereingliederung auch meine aktuellen Belastungsgrenzen aufgezeigt. Seit Juni 2025 darf ich wieder in Teilzeit arbeiten – etwas, das ich früher nie als „großen Erfolg“ betrachtet hätte. Heute weiß ich, wie wertvoll diese Möglichkeit ist, und bin sehr dankbar, sie im Sinne meiner Gesundheit nutzen zu dürfen.

An dieser Stelle schließt sich der Kreis: Unser Arbeitgeber hat uns die Möglichkeit gegeben, als Team zu spenden. Für das Team Wetzlar war sofort klar, wohin diese Spende gehen sollte – selbstverständlich an Brustkrebs Deutschland e.V.

Ich bin von Anfang an offen mit meiner Erkrankung umgegangen. Nicht, weil ich Mitleid wollte, sondern weil mir Verständnis wichtig war – für meine Situation, meine Grenzen und meinen Weg. Vor allem aber, weil ich ein lebendiger, friendly Reminder sein möchte, der immer wieder daran erinnert:
Geht regelmäßig zur Vorsorge – Leben ist keine Generalprobe. In diesem Sinne: Auf das Leben.“

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der TARGOBANK AG – Team Wetzlar; bei Christine Düsterwald (Filialleiterin) und bei Sindy Kassis (stellv. Filialleiterin) für diese Spendenaktion und den bewegenden Beitrag über die Diagnose Brustkrebs.