Mutmachgeschichten für Sie von Betroffenen!

14. November 2022

Mutig, inspirierend, nach vorne blickend – Sie haben uns Ihre Geschichten eingesendet und wir sind beeindruckt von Ihren Erzählungen und Ihrem Mut! Seit dem diesjährigen Oktober laden wir Ihre Geschichten nach und nach in diesem Beitrag hoch – wir sind uns sicher, dass Ihre Geschichte, Ihre Perspektive und Ihr Mut anderen Betroffenen hilft nach vorne zu schauen! 

Mein Name ist Nadine und ich bekam Ende März 2020 mit 44 Jahren die Diagnose Brustkrebs.
Ich möchte meine Geschichte erzählen, denn sie zeigt, es ist zu schaffen und Du bist nicht allein!
Es war ein ganz normaler Vorsorgetermin den ich fast aus beruflichen Gründen abgesagt hätte. Dank
meiner Kollegin bin ich aber hingegangen.
Im Ultraschall entdeckte meine Gynäkologin einen auffälligen Tumor, der aber nicht zu tasten war.
Dann ging alles ganz schnell….Mammographie, Stanzbioposie mit dem Ergebnis 3 hormonabhängige
Tumore G1, was ja eigentlich eine gute Prognose hieß.
2 Wochen später wurde ich operiert. Mastektomie mit Aufbau mittels einer Silikonprothese.
Während der OP wurden in 3 Lymphknoten doch Krebszellen entdeckt, weitere 7 waren frei von
Metastasen.
Nun sah das Ganze doch etwas anders aus. Ich wurde über die möglichen Behandlungsoptionen,
Chemo, Bestrahlung aufgeklärt. Ob aber eine Chemo sinnvoll ist, sollte der Endopredict Test
entscheiden. Dieser Test zeigt das Rückfallrisiko in den nächsten 10 Jahren. 80% der Frauen
benötigen keine Chemo, aber leider sah dies bei mir anders aus. Hohes Rückfallrisiko. Ohne groß zu
überlegen entschied ich mich für Chemo und anschließender Bestrahlung, denn ich sah nur diesen
einen, für mich sinnvollen, Weg.
Ich bekam 4x EC und 12x Paclitaxel und im Anschluss noch 28 Bestrahlungen.
Also das volle Programm.
Diese Zeit empfand ich gar nicht so furchtbar wie, glaube ich, Außenstehende. Man ist da in dieser
„Mühle“ drin und weiß es gibt nur den Weg da durch. Der Verlust der Haare war erst schon schlimm,
aber so schlecht sah ich ohne Haare gar nicht aus und daher trug ich meine Perücke nie.
Da es Sommer war verbrachte ich viel Zeit bei uns im Garten im Schatten. Meine Familie tat alles,
dass ich mich nicht anstrengen musste. Dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar. Geholfen hat mir sehr
in dieser Zeit der Ausleitungstee nach dem Rezept von Brustkrebs-Deutschland, auch die Pröbchen
aus dem Wohlfühlpacket halfen über die ein oder andere Beschwerde. Ich las auch viel die
Geschichten von betroffenen Frauen oder holte den ein oder anderen Tipp. Immer konnte ich auch die
liebe Kira von Brustkrebs Deutschland kontaktieren, die mir oft auch den ein oder anderen Rat geben
konnte. Auch ihr bin ich sehr dankbar, dass Sie immer für mich da war und ist.
Zwischenzeitlich machte ich noch einen Gentest der leider einen Chek2 Gendefekt ergab, was für
meine Kinder noch von großer Bedeutung sein kann, was ich aber nicht hoffe.
Ich bin nun in einem Vorsorgeprogramm der Uni Köln, was mir doch eine gewisse Sicherheit gibt in
Bezug auf das Rückfallrisiko.
Meine Bestrahlungen gingen bis 1/2021. Diese Zeit empfand ich als sehr ermüdend, da ich während
der Bestrahlung die Luft anhalten musste, da es die linke Seite ist und somit das Herz geschützt
werden sollte. Die Gefahr allerdings bestand, dass mein Implantat sich verkapseln könnte…. Und wie
sollte es auch anders sein, es verkapselte sich. Kurz nach der Bestrahlung wurde es fest und
scharfkantig. So wollte ich es nicht lassen denn es schmerzte und störte.
Im April 2021 fuhr ich erst einmal zur AHB an die Ostsee. Eigentlich wollte ich das nie, aber ich kann
es nur empfehlen. Zeit für sich, nette Menschen kennenlernen, das erlebte erstmal verarbeiten. Es
war einfach doch die richtige Entscheidung.
Danach entschied ich mich zum Brustaufbau mittels Eigengewebe, die sogenannte DIEP-Flap OP.
Diese erfolgte dann im September 2021 in einer 8-stündigen OP.
Der Vorteil dieser OP ist, dass man keinen Fremdkörper mehr hat. Es war kein einfacher Weg, das
möchte ich auch nicht schönreden, aber für mich die absolut richtige Entscheidung. Die aufgebaute
Brust sieht tatsächlich auch wie eine normale Brust aus. Die Narben am Bauch sind nun auch gut
verheilt.
Im Mai 2022 stand noch die Korrektur OP der operierten Brust an (nur Kleinigkeiten) und die
Anpassung der gesunden Brust, da diese doch um ein ganzes Stück größer war. Zugleich ließ ich mir
den Port entfernen, denn der störte mich. Auch diese OP verlief super. Ich war nur 2 Nächte stationär
und alles verheilte gut. Und wenn ich ehrlich bin, so schön war meine Brust noch nie.
Im September 2022 machte ich nochmals eine Reha und durfte wieder an die Ostsee, aber diesmal in
eine andere Klinik.
In vielen Behandlungen und auch Gesprächen wurde klar, dass ich mein normales Arbeitspensum so
wahrscheinlich nicht schaffen werde. Mich plagt seit der Therapie das sogenannte Fatigue-Syndrom
mit ständiger Müdigkeit und vor allem Konzentrationsschwierigkeiten und Überforderung.
Ich habe einen super tollen Arbeitgeber. Dieser hat mir meine Stelle die ganze Zeit freigehalten und
jetzt darf ich ein paar wenige Stunden anfangen zu arbeiten. Lange nicht in dem Umfang wie es war,
aber für den Anfang denke ich genau richtig. Die ganze Zeit über haben sie mir jegliche Freiheiten in
meiner Entscheidung gelassen und auch keinen Druck ausgeübt, was in meiner Situation mega war.
Solch einen Arbeitgeber und auch Kollegen kann man sich nur wünschen. Hierfür bin ich sehr
dankbar.
Die Krankheit gehört nun zu meinem Leben, im Moment geht man davon aus das alles weg ist und ich
hoffe das bleibt auch so. Ich nehme noch zusätzlich Tamoxifen als Hormonhemmer, da der Tumor ja
hormonabhängig war. Die Nebenwirkungen dieses Medikamentes sind in meinem Fall bisher gut zu
ertragen.
Nicht alles in dieser Zeit war schlecht oder schlimm. Ich habe viele liebe Menschen getroffen, gelernt
auch mal NEIN zu sagen, Zeit für mich zu nehmen damit ich dann auch wieder Kraft für meine Familie
und meine täglichen Aufgaben habe. Mein neues Leben ist anders, intensiver, Zeit spielt eine große
Rolle, Zeit für mich, meine Familie, Freunde. Es ist ok auch mal Pause zu machen, nicht von einem
Termin zum nächsten rennen. Es ist ok auch mal NEIN zu sagen, ist nicht immer einfach, gelingt mir
aber immer mehr und dann merke ich, dass es genau So gut für mich ist.
Mittlerweile nähe ich Herzkissen, denn nach meinen OP’s waren auch diese eine sehr große Hilfe und
ich möchte auf diesem Weg etwas zurückgeben an andere betroffene Frauen.
Ich habe eine tolle Familie. Ohne die Unterstützung meines Mannes, meiner beiden Kinder, meiner
Eltern, meiner besten Freundin und vielen weiteren Menschen wäre die Zeit sicher nicht so gut
gewesen wie sie nun war.
Es ist mein Leben und ich bin dankbar dafür so wie es jetzt ist mit allen Höhen und Tiefen.
Allen die keine so gute Unterstützung in der Familie oder bei Freunden erhalten kann ich nur raten
sich Gleichgesinnte zu suchen, der Austausch hilft ungemein.
Meiner Familie und Freunden sagte ich gleich zu Beginn der Therapie dass ich nicht als Kranker
behandelt werden möchte, sondern so normal wie möglich. Es fiel allen erstmal schwer aber nach
dem ersten Schock war auch dies genau der richtige Weg für uns alle.

Hallo, ich bin Birgit und erhielt meine Erstdiagnose 5 Jahre nach dem Krebstod meines damals 3-jährigen Sohnes. Als ich Auffälligkeiten an der linken Brustwarze bemerkte, war ich im 6.Monat schwanger. Es lief Flüssigkeit raus und ständig bildete sich eine Kruste. Man schickte mich zum Hautarzt, wo ein Mamillen Ekzem und eine Pigmentstörung diagnostiziert wurden. Beim Stillen tauchten die Probleme wieder auf, aber wieder dachte niemand an Krebs, bis meine Frauenärztin etwas in der Brust ertastete. Nach einem Ultraschall, Mammographie und Biopsie erhielt ich schließlich im Alter von 36 Jahren die Diagnose Brustkrebs Her 2 neu 3+. Mein erster Gedanke war:“ Werde ich jetzt auch sterben?“ Zwei Wochen später begann das Staging, ich bekam meinen Port undwurde brusterhaltend operiert. Mit dem Tumor wurden 16 Lymphknoten und eine Lymphknotenmetastase entfernt. Es folgte eine adjuvante Chemotherapie und eine Tabletten Chemo. Man versetzte mich in künstliche Wechseljahre und eine Strahlentherapie der Restbrust über 7 Wochen folgte. Zusätzlich erhielt ich 1 Jahr lang Antikörper und eineAntihormontherapie über 5 Jahre.

Anfangs war es schwer für mich zu akzeptieren, dass ich nicht mehr so funktioniere wie vor der Erkrankung. Als EU-Rentner mit Langzeitfolgen wünschte ich mir mein altes Leben zurück. Meine Kinder gaben mir die Kraft zu kämpfen, dennich wollte sie natürlich aufwachsen sehen. Ich setzte mir kleine Ziele und hoffte immer, dass ich all die Dinge noch miterleben werde, die im Laufe der Kindheit so anstehen. Ich war in einer Studie und ging regelmäßig zu allen Nachsorgeuntersuchungen. Nach 5 Jahren dann der Schock. Bei der jährlichen Mammographie wurde ein Rezidiv entdeckt. Es entpuppte sich als DCIS und ich kam diesmal mit OP und weiteren 5 Jahren Aromatasehemmer davon. Das hat mir einmal mehr gezeigt, dass jeder Tag ein Geschenk ist.

Mittlerweile habe ich mich mit dem Leben nach dem Krebs arrangiert, neue Prioritäten gesetzt und sehe vieles aus einem anderen Blickwinkel. Ich gönne mir Pausen, wenn es nötig ist und der Haushalt kann auch mal warten. Ich freue mich an kleinen Dingen und machbare Wünsche erfülle ich mir einfach.

Auf meinem Instagram Account berichte ich über mein Leben als verwaiste Mama und meine überstandenen Brustkrebserkrankungen. Damit möchte ich anderen Betroffenen Mut machen und das Thema Krebs aus der Tabuzone holen. Durch die tolle Brustkrebscommunity auf Instagram findet man immer ein offenes Ohr und kann sich gegenseitig unterstützen.

Ich gehe regelmäßig zur Krebsvorsorge und 1 x jährlich zur Mammographie. Die Angst vor Nachsorgeterminen, einem weiteren Rezidiv, Metastasen oder dem Tod ist zwar da, aber ich versuche ihr nicht zu viel Raum zu geben. Vor solchen Tagen hilftmir Ablenkung, wie z. b. spazieren gehen, puzzeln, rätseln, zeichnen, lesenoder meine Lieblingsmusik hören.Inzwischen bin ich 52 Jahre und meine Erstdiagnose ist fast 16 und meinRezidiv ist fast 11 Jahre her. Meine Mädels sind nun schon 26 und 16 Jahre alt und ich kann es manchmal gar nicht glauben, dass ich es soweit geschafft habe.

Brustkrebs kann jeden treffen, egal ob Mann oder Frau, alt oder jung.

Tastet euch regelmäßig ab und geht zur Vorsorge. Achtet auf Kleinigkeiten und geht lieber 1 x mehr zum Arzt, wenn euch etwas komisch vorkommt, denn je früher man Krebs erkennt, umso besser sind die Heilungschancen. Allen die gerade kämpfen müssen, geht einen Schritt nach dem anderen und verliert nie die Hoffnung. Es gibt ein Leben nach dem Krebs und es lohnt sich zu kämpfen.

Hallo ihr Lieben,

Ich bin Verena, 25 Jahre alt und bin dieses Jahr an Brustkrebs erkrankt. Mit diesem Alter habe ich mich mit so einem Thema noch gar nicht befasst, vor allem nicht gedacht, dass mich so eine Diagnose trifft. 

Im März habe ich durch Zufall einen Knoten in der linken Brust entdeckt, habe dann gleich gedacht irgendwas stimmt nicht und bin dann direkt die nächsten Tage zur Frauenärztin. Natürlich dachte man sich es wäre nichts bösartiges leider nach der 1.0P kam dann die Diagnose Brustkrebs Vorstufe. Ich war echt total geschockt. Vor allem kam dann dazu, dass ich in 4 Wochen die nächste 0P hatte. Da kam dann raus, dass es Stadium 2 ist. Die Lymphknoten waren nicht befallen. Und genau da wurde mir bewusst, Verena du hattest echt Glück. Es hätte alles viel schlimmer Enden können. 5 Wochen musste ich auf das Ergebnis warten, ob ich Chemo benötige oder nicht. Eine sehr schwere Zeit. Aber der Endopriticttest war negativ. Bedeutet keine Chemo. Da war ich sehr erleichtert. Ich muss eine Antihormontherapie machen mit Tamoxifen (Tabletten) für 5 Jahre. Das soll ein Rückfall verhindern.

Momentan bekomme ich noch die Bestrahlung. Und möchte danach zur Reha. Einfach um den Kopf frei zu bekommen, vielleicht mehr zu lernen über das Thema und vor allem die Gesundheit.

Und genau durch diese Diagnose habe ich gelernt: Lebt euer Leben und schätzt eure Gesundheit denn man weiß nie was kommt. Ich bin sehr dankbar das ich auf mein Bauchgefühl gehört habe und zum Arzt gegangen bin und somit früh erkannt wurde. Somit möchte ich andere Frauen Mut machen. 

Eine Mutmachgeschichte von Verena

Ich heiße Avin, bin 48 Jahre alt, verheiratet, habe eine wunderschöne 15 jährige Tochter💗und ich  bin der größte Depeche Mode Fan🖤.

Ich habe seit Oktober 2020 Brustkrebs mit Metastasen in den Knochen. Ich bin Palliativ Patientin. Palliativ bedeutet, alle  Maßnahmen die ich bekomme dienen nicht zur Heilung, sondern dem Erhalt meiner  Lebensqualität.

Meine Erstdiagnose war 2009, Brustkrebs  (ohne Metastasen) und habe das volle Programm bekommen: Chemotherapie, brusterhaltend operiert, Bestrahlung, Antihormontherapie, Antikörper, Tamoxifen  usw.. Danach galt ich als geheilt, fast 11 Jahre lang. Bis Oktober 2020.

Seitdem bekomme ich Chemotabletten, Antihormontherapie, Spritzen für die Knochen und Spritzen damit ich in den Wechseljahre versetzt werde und auch bleibe. Und das mein Leben lang.

Hatte auch schon 2 Bestrahlungen. Nehme sehr starke Schmerzmittel. Ohne geht es leider nicht. Ansonsten kann ich gut mit den Nebenwirkungen umgehen. Seid der Diagnose bin ich arbeitsunfähig, ich war selbstständig und hatte einen Schönheitssalon.

Ich werde demnächst die volle Erwerbsminderungsrente bekommen und habe auch den Schwerbehindertenausweis mit 100 %, unbefristet und mit den Merkzeichen.

Pflegestufe habe ich auch.

Es ist schon komisch wie das Leben von jetzt auf gleich sich ändert. Ich habe gar nicht mehr damit gerechnet eigentlich und hatte den Brustkrebs vergessen. Deswegen ist es wichtig dass das Thema Metastasen kein Tabuthema mehr ist. Dass wir darüber reden besonders mit den Brustkrebs Betroffenen Frauen. Denn nach der Chemotherapie bei Erstdiagnose denken die meisten: „…das war’s, ich bin jetzt geheilt“. Leider ist es nicht immer so. Jede dritte von uns bekommt im Laufe des Jahres Metastasen… Und Brustkrebs ist nicht „rosa“, es ist viel mehr als das, Krebs sieht anders aus…

Deswegen habe ich auf Instagram einenAccount ins Leben gerufen. Speziell für uns, damit wir gegenseitig uns Mut machen können, uns austauschen und uns Fragen stellen ohne Angst zu haben, dass es jemand nicht versteht. Egal wie unangenehm die sind, denn ich glaube nur wir „unter uns“ können uns wirklich verstehen. Leider macht es den anderen (Brustkrebsbetroffenen) Frauen Angst, das Thema Metastasen. Aber wir wollen gehört werden, dass es auch ein Leben gibt, auch MIT Metastasen und dass Metastasen nicht gleich TOT heißt. Wir wollen nicht komisch angeguckt werden sobald man von unserer Diagnose  weiß. Keiner traut sich uns zu fragen wie es uns geht, oder vielleicht weiß man nicht wie man uns ansprechen soll. Wir sehen von außen „gesund“ aus, keiner weiß wie es wirklich innerlich in uns aussieht. Deswegen ist es wichtig darüber zu reden und aufzuklären. Denn wir sind  „nur“ chronisch krank. Zum Glück wird in der  Medizin viel geforscht und die Lebenserwartung wird immer länger.

Mein Lebensmotto: „Konzentriere dich nicht auf das STERBEN, sondern konzentriere dich auf das LEBEN.“

Liebste Grüße

Avin

Hallo Ihr da draußen, an alle Kämpferinnen und auch Kämpfer,

Das Leben geht weiter … erstmal etwas stockend aber dann bunter, interessanter und tiefgreifender….

Meine Mutmachgeschichte beginnt vor vielen Jahren. Im Jahr 2006 bekam ich den Zufallsbefund triple negativer Brustkrebs rechts, Schock … wie geht es weiter, lebe ich weiter… Op, Chemotherapie, Bestrahlung und das Leben ging weiter. Im Jahr 2012 dann der nächste Schock, denn ich diesmal selbst ertastet habe, diesmal auf der linken Seite, wieder Op, wieder Chemotherapie und Bestrahlung, aber auch da sagte ich mir das Leben geht weiter. Ich machte mir mein Leben positiver, bunter und interessanter.

Ich hatte immer wieder wundervolle Menschen, die mir zu Seite standen, die mich begleiten aber auch Menschen mit denen ich mein Leben nicht mehr teilen wollte.

Mein Leben wurde zwischendurch auch mal verrückter, ich wollte vieles nachholen, Party, Tattoo, Reisen… auch das verdrängen und das durchgeknallte gehört zum Leben dazu…

… und dann kam die Nachsorge im Dezember 2021… und wieder zum dritten Mal in meinen Leben, musste ich mich mit der Diagnose Brustkrebs auseinander setzen… ein Rezidiv in der linken Brust.

Kurz, blieb das Leben stehen, Schock, Weinen, Wut, verzweifeln… gerade war alles so toll, mein Mann, unser gemeinsames neuen Zuhause… oh nein, sagte ich mir, du kriegst mich nicht, ich will Leben bunter und interessanter 😍 Diesmal ließ ich mir die Brust abnehmen und mit einen schönen Silikonaufbau wieder bestellen, ich liebe meine neue Brust und mein wundervollen Dekolleté. Es gab es keine weiteren Therapien. Natürlich bleibt die Angst aber damit möchte ich mir nicht meine Lebensqualität zerstören lassen. Ich will Leben… Ab nächsten Monat werde ich wieder arbeiten gehen, auch etwas weniger aber das gehört zu meinen Leben. Ich tue viel für mich und meine Gesundheit und damit fühle ich mich stark und lebenswert. Unterkriegen …. Nein, dass kommt für mich nicht in Frage, ich Will Leben, so schön wie es nur geht und so bunt und interessant wie es geht.

Mit meinen Partner, meiner Familie und mit wundervollen Freundinnen – eine Danke schön an genau diese Menschen – geht das Leben weiter, ich gestalte es mir… bunter, interessanter und tiefgreifender … seid tapfer, kämpft, denn es lohnt sich für EUER Leben zu kämpfen. 💝

Jede Einzelne von Euch, schafft das 💪

In Liebe Eure Romy

Hallöchen ihr lieben Kämpferinnen da draußen!♥️

Ich möchte euch von meinem Kampf und meiner Geschichte gegen den Brustkrebs erzählen.

Ich bekam meine Diagnose am 23.12.2019 damals war ich 31, frisch mit meinem, inzwischen Ex Partner, zusammen gezogen und mitten im Berufsleben.

Entdeckt hatte ich den Knoten in meiner linken Brust beim Baden/waschen.

Ab Februar 2020 stand dann mein Therapie Plan fest.

Ich hatte einen Hormonpositiven Krebs Her2neu 3+.

Also gab es 16 Chemotherapien, 18 Antikörper Infusionen.

Nach bestätigter Gen Mutation, BRCA1, musste ich die Entscheidung treffen mir die die kompletten Brüste oder nur die Brustdrüsen entfernen und mit Silikon aufbauen zu lassen.

Sowie auch die Eierstöcke entfernen zu lassen.

Ja, da schluckt man erstmal, mit 31 solche Entscheidungen treffen zu müssen, ich wollte doch noch Kinder haben!

Dank meines tollen Arztes der mich wundervoll bis heute begleitet und aufgeklärt hat, stand für mich die Entscheidung für fest.

Entfernung der Brustdrüsen Aufbau mit Silikon, beidseits.

Sowie auch die Entfernung der Eierstöcke.

Leicht war es nicht, aber notwendig.

Die beiden Operationen fanden im August und Oktober 2021 statt.

Als ich dachte ich kann nach der letzten OP Kraft schöpfen, trennte sich mein Partner von mir.

Okay dachte ich, schlimmer kann es nicht mehr werden.

Für mich brach eine Welt zusammen, ja es zog mir den Boden unter den Füßen weg.

Ich nahm ab da binnen von 5 Monaten 20kg ab.

Ab da begann für mich ein neuer Wandel was das äußere betrifft.

Ich ließ mich tätowieren, piercen.

Bis heute nutze ich diese Chance mein neues Leben was mir geschenkt wurde, bewusster zu leben und dieses zu schätzen.

Ich bin dankbar über jeden Moment den ich erleben darf und bin gespannt was mich alles noch erwartet.

Ich weiß, dass ich ein hohes Risiko habe, wieder an ein Rezidiv zu erkranken, tue dennoch alles dafür was nötig ist, dass der Krebs weg bleibt.

Nehme insgesamt 10 Jahre Tamoxifen und alle halbe Jahre Bisphosphonate zum Schutz für die Knochen.

Habe schon zwei Reha’s hinter mir die mich immer wieder sehr gut ausgebaut haben.

Ich habe total liebe Menschen kennen gelernt mit denen ich mich austauschen kann.

Neue Freundschaften dazu gewonnen aber auch Freunde verloren, wo ich dachte sie seien für mich da!

Ich betreibe Sport, Ausdauer und Krafttraining.

Dies motiviert, gibt Kraft und man kann einfach Mal dabei Dampf ablassen und genießt die Zeit für sich.

Ich habe durch meine Krebserkrankung viel negatives erlebt und durchlebt aber auch viel positives erfahren dürfen.

Sei es mein Arzt, der bis heute für mich da ist und dem ich blind vertrauen kann.

Liebe Menschen, die ich als Freunde in meinem Leben willkommen heißen kann.

Aber auch meine äußerliche Veränderung, worauf ich sehr stolz bin.

Ich bin reifer, erwachsener und stärker geworden.

Sicherlich hat der Krebs, die Therapien, Nebenwirkungen, seine Spuren hinterlassen.

Ich habe mit Fatigue (Erschöpfungssyndrom),Knochen und Gelenkschmerzen, Konzentrations/Aufmerksamkeits/Merkfähigkeitsstörung, Panikattacken, Angststörung, Unruhezustände zu kämpfen.

Das alte Leben ist Geschichte, ich bin noch befristet erwerbsminderungsberentet und habe Zukunftsangst, weil ich noch nicht weiß wie es weiter geht.

Aber eins weiß ich!

Was kommt das kommt aber ich entscheide wie ich zu leben habe!

Denn das Leben ist schön!♥️

Eine Mutmachgeschichte von Francesca

Ich heiße Sina und habe Anfang August 2022 die Diagnose Brustkrebs Triple Negative im Alter von 28 Jahren erhalten.
Die Diagnose hat mir erstmal den Boden unter den Füßen weggezogen. Die letzten Jahre waren schon nicht einfach für mich. Ich litt viele Jahre unter schweren Depressionen. Dazu ist meine Mutter bereits mehrfach an Brustkrebs und auch an Metastasen erkrankt. Diese beiden Umstände beeinträchtigten mich psychisch sehr und passten nicht gut zusammen. Dazu wusste ich, dass meine Mutter die Genmutation BRCA1 in sich trägt. Ich habe immer gedacht, wenn ich einmal an Brustkrebs erkranke, dann mache ich keine Chemos. Ich lasse die Diagnose dann über mich ergehen, denn wenn ich an dem Mist auch noch erkranke, wäre das Leben ja nun erstrecht nicht mehr lebenswert.

 Und auch nach der Diagnose war ich fest entschlossen: Ich mache keine Chemo! Ihr könnt mich alle mal! Ich war am Ende meiner Kräfte und völlig überfordert. Doch dann hatte ich ein Gespräch mit dem Onkologen, der bereits meine Mutter behandelt hatte. Er nahm sich viel Zeit und nach diesem Gespräch überkam mich das erste Mal ein kleines Gefühl von Lebensmut und Kampfgeist. Und was soll ich sagen? Mittlerweile habe ich bereits meine 4. Chemo hinter mir! Und ich habe mich mit der Diagnose arrangiert. Es ist sicherlich kein Spaziergang und psychisch, sowie körperlich an vielen Tagen echt eine Herausforderung. Aber ich möchte gesund werden und all meine Zukunftswünsche dann erfüllen können. Ich bin dankbar für die kleinen Dinge und genieße die guten Tage. Mein Instagram Account hilft mir bei der Verarbeitung der Erlebnisse und ich möchte mit meiner Geschichte anderen Betroffenen Mut machen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so einen Kampfgeist haben könnte und mit der Diagnose so stabil sein könnte. Damit möchte ich anderen Mut machen, besonders auch denen, die psychisch vorerkrankt sind. Ihr könnt das schaffen!

Eine Mutmachgeschichte von Sina

Sie haben auch eine Geschichte, die Mut macht und die Sie gerne mit anderen Betroffenen teilen würden? Senden Sie uns die Geschichte gerne an online@brustkrebsdeutschland.de.

 Wir sind uns sicher, dass Ihre Geschichte anderen Frauen eine neue Perspektive, einen Lichtblick und ein Lächeln schenken wird. 

Selbstverständlich ist es wichtig zu erwähnen, dass jede Situation einzigartig ist und selbst wenn Ähnlichkeiten zu einem anderen Fall bestehen, so können die Entscheidungen und Therapien der Ärzte sich unterscheiden, denn es gibt kein Einheitsrezept für eine perfekte Behandlung. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Hotline oder nehmen Sie Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt auf, bevor sie therapierelevante Entscheidungen treffen. Sie erreichen uns unter online@brustkrebsdeutschland.de oder unter der Nummer 0800 0 117 112.