Lieferengpass vom Medikament „TAMOXIFEN“ in Deutschland

Update vom 08. März:

Es gibt Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Lieferengpass bei Tamoxifen! Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat am 04.3.2022 bekannt gegeben, dass ab dem 15.03.2022 durch Sonderimporte der Tamoxifen Lieferengpass überbrückt werden kann.

Betroffen war ja vor allem die 20mg-Tablette, aber ab dem 15.03.2022 werden die Apotheken wieder beliefert und Sie können Ihr Tamoxifen in der Apotheke erhalten. 

Vorübergehend werden dann dort maximal Ein-Monats-Packungen ausgegeben, sodass die Versorgung von allen Patientinnen gewährleistet ist!

Stand jetzt geht man davon aus, dass ab Mai der Lieferengpass behoben ist.

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte explizit an Ihre Apotheke. 

Update vom 02. März:

Seit Dezember 2021 zeichnete sich langsam ab, dass die Verfügbarkeit von einem der wichtigsten Brustkrebsmedikamente „Tamoxifen“ schwieriger wurde.

Mittlerweile ist es kaum noch in Deutschland erhältlich. Das verwirrt umso mehr, da unsere Recherchen ergeben haben, dass dies in anderen Ländern, wie Österreich, Italien, Spanien und Tschechien nicht der Fall ist.

Tamoxifen ist ein Medikament, welches zur Gruppe der Antihormontherapien zählt. Es wird in der Brustkrebsbehandlung überwiegend für Frauen vor den Wechseljahren eingesetzt und soll durch die Blockade des Hormonrezeptors verhindern, dass der Krebs sich weiter ausbreiten kann. Offiziellen Schätzungen nach, erhalten zurzeit circa 120.000-130.000 Brustkrebspatientinnen und Brustkrebspatienten diese Therapie.

Unsere Recherchen haben auch ergeben, dass man über internationale Apotheken mit Rezept Tamoxifen bestellen kann, was aber ungefähr 14 Tage dauert. Die Kostenübernahme kann über ein Formular über die internationale Apotheke bei der Krankenkasse beantragt werden.

In den nachfolgenden Links ist auch zu lesen, dass es inzwischen auch möglich ist, dass alle Apotheken Tamoxifen als Import aus anderen Ländern beziehen können. Auch hier gibt es Krankenkassen, bei denen mittlerweile kein Antrag auf Kostenübernahme mehr gestellt werden muss (solange der Lieferengpass offiziell besteht), manche Kassen bestehen allerdings auf den Antrag auf Kostenübernahme.

Bitte fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob Sie einen solchen Kostenübernahmeantrag stellen müssen und wie es Ihre Krankenkasse handhabt.

Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass ein so wichtiges Brustkrebsmedikament, welches sowohl in der heilbaren Situation als auch bei fortgeschrittenem Brustkrebs ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist, nicht durchgehend erhältlich ist. Wir hoffen sehr, dass die Gerüchte nicht stimmen, dass es an dem immer größeren Preisdruck auf die Hersteller in Deutschland liegt, wodurch sich eine Produktion dieses Medikaments nicht lohnt.