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Prävention und Früherkennung

Brustkrebsfrüherkennung

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 75.000 Frauen neu an Brustkrebs. Es handelt sich um eine Erkrankung, deren Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt, aber auch Frauen vor den Wechseljahren können an Brustkrebs erkranken: 25 Prozent der betroffenen Frauen sind jünger als 50 Jahre.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau im Alter von 35 bis 55 Jahren.

Je früher eine Brustkrebserkrankung entdeckt wird, desto geringer sind möglicherweise die notwendigen Eingriffe und desto größer sind die Heilungschancen.

 


Die Früherkennung steht auf mehreren Säulen, die alle ihre Bedeutung haben:

Nutzen Sie die Möglichkeit der jährlichen Brustkrebsfrüherkennung (fälschlicherweise auch Vorsorgeuntersuchung genannt). Sie wird ab dem 30. Lebensjahr von der Krankenkasse bezahlt.

  • Übernehmen Sie Verantwortung für Ihren Körper!
  • Lernen Sie Ihre Brust kennen!
  • Tasten Sie Ihre Brüste einmal im Monat selbst ab!
  • Lassen Sie sich die Untersuchung bitte von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt zeigen.

 


 Grundsätzliche Empfehlungen für Untersuchungen:

Ab dem 30. Lebensjahr:

Monatliche Selbstuntersuchung der Brust und jährliche klinische Untersuchung durch die Frauenärztin/ den Frauenarzt (z. B. im Rahmen der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung).

Ab dem 40. Lebensjahr:

  • Qualitätsgesicherte Mammografie wird empfohlen, allerdings wird sie von den gesetzlichen Kassen nur bei einem Verdacht auf eine bösartige Erkrankung bezahlt.
  • Qualitätsgesicherte Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist sehr sinnvoll. Auch diese muss von gesetzlich Versicherten selbst bezahlt werden.
  • Monatliche Selbstuntersuchung der Brust.
  • Jährliche Untersuchung durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt.

Ab dem 50. Lebensjahr:

  • Mammografie innerhalb des Screenings, mindestens alle zwei Jahre.
  • Qualitätsgesicherte Ultraschalluntersuchung gegen Selbstzahlung.
  • Monatliche Selbstuntersuchung der Brust.
  • Jährliche Untersuchung durch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt.

 


Was könnten Anzeichen für eine Brustkrebserkrankung sein?

  • Eine ungewöhnliche Vergrößerung einer oder beider Brüste.
  • Veränderung der Form einer oder beider Brüste.
  • Eine ungewöhnliche Rötung der Brust (auch ein vermeintlicher Ausschlag sollte abgeklärt werden).
  • Hauteinziehungen, auch beim Heben des Arms.
  • Dellen, Vorwölbungen, Buckel oder Beulen auf der Brust.
  • Gerötete und/oder eingezogene Brustwarzen, aus denen eventuell Flüssigkeit austritt.
  • Blutiges Sekret aus einer oder beiden Brustwarzen.
  • Ein schmerzloser, tastbarer Knoten in der Brust und/oder in der Achselhöhle.
  • Hautveränderungen, die an dicke Orangenschalen erinnern oder ein geschwollener Oberarm.

 


Woran erkennen Sie, ob Sie ein familiäres Risiko haben?

  • Zwei weibliche Familienmitglieder mit Brust- oder Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), von denen mindestens eine vor dem 50. Lebensjahr erkrankt ist
  • Eine Verwandte ersten Grades (Mutter oder Schwester) mit einseitigem Mammakarzinom (Brustkrebs) vor dem 30. Lebensjahr
  • Eine Verwandte ersten Grades mit beidseitigem Mammakarzinom vor dem 40. Lebensjahr
  • Eine Verwandte ersten Grades mit Ovarialkarzinom vor dem 40. Lebensjahr
  • Ein männlicher Verwandter mit Mammakarzinom

Wenn Sie meinen, dass eines  dieser  Merkmale auf Sie zutrifft, besprechen Sie bitte mit Ihrer Frauenärztin Ihrem Frauenarzt, ob es für Sie sinnvoll wäre, sich in einer Klinik beraten zu lassen.

Für mehr Informationen und weiterführende Links zum Thema genetischer und familiärer Brustkrebs bitte hier klicken.

 


Welche Präventivmaßnahmen gibt es, wodurch verringert sich das Erkrankungsrisiko?

  1. Ernährung: fettarm essen!
  2. Nicht rauchen!
  3. Wenig Alkohol!
  4. Regelmäßige Bewegung und/ oder Ausdauersport, möglichst 4 – 5 Mal pro Woche à 30 Minuten
  5. Kontakt mit krebserregenden Substanzen vermeiden!
  6. Auch nach den Wechseljahren Übergewicht vermeiden oder senken!

Weiteres Informationsmaterial zum Thema Brustkrebs finden Sie hier

 


Tipps für den Brust-Check

Die Selbstuntersuchung der Brust hilft Ihnen Ihren Körper kennenzulernen und eventuelle Veränderungen zu bemerken, ersetzt aber nicht die ärztliche Untersuchung!

Die beste Zeit für die Untersuchung ist vom 7. – 10. Tag nach Beginn der Regel. Sollten Sie keine Regelblutung mehr haben, wählen Sie einen festen Tag im Monat aus. Führen Sie diese Untersuchung am besten sowohl im Stehen als auch im Liegen durch. Lassen Sie es sich zusätzlich von Ihrem Gynäkologen/ Ihrer Gynäkologin zeigen.

 

 

Stellen Sie sich mit herunterhängenden Armen vor den Spiegel. Betrachten Sie Ihre Brüste und achten Sie auf Größen und Formveränderungen, Hautveränderungen, Vorwölbungen und Einziehung(en) der Haut oder Brustwarze.

 

 

 

 

 

Stützen Sie Ihre Arme links und rechts in die Taille und achten Sie wieder auf die möglichen Veränderungen.

 

 

 

 

 

 

 

Heben Sie nun die Arme über den Kopf und auch hinter den Kopf und wiederholen Sie die Betrachtung

 

 

 

 

 

 

 

Tasten Sie mit den mittleren Fingern Ihrer Hand die Achsel- höhle der gegenüberliegenden Seite auf Veränderungen ab.

 

 

 

 

 

 

 

Drücken Sie Ihre Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger und achten Sie darauf, ob Flüssigkeit austritt und wenn ja, in welcher Farbe, damit Sie es Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin berichten können.

 

 

 

 

 

 

Wie tasten Sie Ihre Brust ab? Nehmen Sie die mittleren drei Finger Ihrer Hand. Achten Sie darauf, dass Sie systematisch vorgehen und nach und nach die gesamte Brust abtasten. Sie können hier bei von links nach rechts gehen und von oben nach unten.

 

 

 

Eine Anleitung zur Brustabtastung zum Herunterladen finden Sie hier

 


Mammographiescreening

Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr sollten Sie das Mammografie-Screening nutzen. Hierbei handelt es sich um eine Reihenuntersuchung von gesunden Frauen mittels Mammografie, die alle zwei Jahre angeboten wird und deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen.

Ein Interview mit PD H. Sittek (Beirat von Brustkrebs Deutschland e.V.) zum Thema: “Bildgebende Verfahren in Bezug auf Brustkrebs – Welche Unterschiede gibt es zwischen Mammographie, Ultraschall und MRT.”

 

Ein Interview mit Prof. Dr. Sylvia Heywang-Köbrunner (Beirat von Brustkrebs Deutschland e.V.) zum Thema: “Mammographiescreening: Aktuelle Stellungnahme zur Auswertung der IARC Workinggroup im NEJM.” [Juni 2015]

 

Ein Interview mit Prof. Dr. Ingrid Schreer (Beirat von Brustkrebs Deutschland e.V.) zum Thema: “Mammographiescreening: Gegenargumente und Antworten darauf.” [Juni 2015]

 

 

Für die Ärzte und auch Geräte gelten bestimmte Qualitätskriterien, die erfüllt werden müssen.

     0,5 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, der durch eine Mammografie gefunden werden kann.

   1,0 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den die Frauenärztin oder der Frauenarzt beim Tasten finden könnte.

    2,0 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den eine Frau selbst finden kann, die regelmäßig ihre Brust selbst untersucht

   3,5 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den eine Frau per Zufall entdeckt

(Abbildungen: schematische Darstellung unterschiedlicher »Tumorgrößen«, die bei den verschiedenen Untersuchungsmethoden möglicherweise entdeckt werden können.)

 

referenzzentrum-muenchen

Mammographie Screening
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie wird getragen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband.

www.referenzzentrum-muenchen.de
(Referenzzentrum Mammographie München, mit Liste der zertifizierten Screening-Mammographie-Einheiten in Bayern)

 

Roter Faden Mammographiescreening – was passiert, wenn etwas gefunden wird? Weitere Informationen finden Sie hier

Hier finden Sie eine Liste der zertifizierten Brustzentren

 


Kann Bewegung und Sport das erstmalige Auftreten von Brustkrebs positiv beeinflussen?

Jüngst wurden in großen aktuellen systematischen Übersichtsarbeiten die Ergebnisse von über 70 Studien zum Thema körperlicher Aktivität und Brustkrebs zusammengefasst. In fast allen Erhebungen zeigte sich eine positive Dosis-Wirkungs-Beziehung. Summarisch wurde in den Studien eine durchschnittliche Senkung des Erkrankungsrisikos um 20 – 30 % beim postmeno- pausalem Brustkrebs beschrieben und 10 – 20 % beim prämenopausalem Brustkrebs. Noch deutlicher fiel die Risikoreduktion bei Frauen aus, die in ihrer Freizeit zusätzlich körperlich aktiv sind, und lebenslang Sport getrieben haben. Auch bei vermehrter körperlicher Aktivität bei Frauen mit Normalgewicht und Frauen mit Kindern zeigte sich ein deutlich geringeres Erkrankungsrisiko.

Die Wissenschaft sieht zurzeit den schützenden (protektiven) Effekt von regelmäßiger moderater körperlicher Aktivität auf das Brustkrebsrisiko bei Frauen in der Postmenopause als belegt an.

 

Senkt körperliche Aktivität das Rezidivrisiko?

In den letzten Jahren häufen sich wissenschaftliche Arbeiten über den positiven Einfluss von körperlicher Aktivität bei Patienten mit onkoligischen Erkrankungen. Tatsächlich scheint nicht nur der kanzeroprotektive Effekt von Sport bewiesen. Es zeichnet sich ab, dass Sport als adjuvante Therapie bei Krebspatienten eine zunehmende Bedeutung bekommen wird. Bei Durchsicht der Wissenschaftsliteratur zu diesem Thema finden sich Daten, die zeigen, dass durch körperliche Aktivität bei Patientinnen mit Brust- krebs eine Reduktion der Rezidivwahrscheinlichkeit und der krebsbezogenen Sterblichkeit erzielt werden konnte. Im Jahr 2005 publizierten Holmes et. al. Ergebnisse der Nurse’s Health Study. Bei einer Kohorte von 2.987 Patientinnen mit Brustkrebs der Stadien I– III zeigte sich durch körperliche Aktivität eine Reduktion des relativen Risikos von Rezidivereignissen und Sterblichkeit von 26 – 40 %. Jedoch kann dahingehend zurzeit aus wissenschaftlicher Sicht höchstens von ernst zunehmenden Hinweisen gesprochen werden.

Sicher belegt ist der Zusammenhang von Bewegung und Sport auf die Rezidivsenkung nach Brustkrebs nicht, da die Studienlage nicht aus- reichend ist – es fehlen weiterhin randomisierte, kontrollierte Studien.

 

Weitere positive Effekte durch körperliche Aktivität

Bewegung und Sport zeigen jedoch noch eine ganze Reihe weiterer positiver Effekte auf die an Brustkrebs erkrankte Frau. Es gilt inzwischen als wissenschaftlich belegt, dass regelmäßige Bewegung das Fatiguesyndrom deutlich senken kann. Bewegungstherapie muss daher bereits in der Akutphase, 24 Stunden nach OP, mit einem Therapeuten begonnen werden. Auch während der Chemotherapie sollten die Patientinnen aktiv bleiben, um schließlich in der Rehabilitation bzw. Nachsorge den Sport fortzuführen.

Des Weiteren konnten in verschiedenen Untersuchungen eine ganze Reihe positiver Effekte durch körperliche Bewegung auf den Genesungsprozess von Brustkrebspatientinnen beobachtet werden, und dies nicht nur auf rein physischer Ebene. Vielmehr wirkt sich Bewegung, und besonders der Sport in der Gruppe, ebenfalls begünstigend auf den psychischen wie auch sozialen Genesungsprozess des Patienten aus.

Insgesamt kann daher hervorgehoben werden, dass die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen durch regelmäßige körperliche Aktivität stark profitiert!

 

Bewegungsempfehlungen zur Vorbeugung

Entsprechend der aktuellen Datenlage zeigt sich eine sichere Dosis-Wirkungs-Beziehung in der Primärprävention (Vorbeugung), jedoch (noch) nicht für die Tertiärprävention (Rezidivsenkung). Moderate körperliche Aktivität über mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen der Woche erscheint effektiv. Von der Expertenkommission »Sport und Krebs« der Deutschen Krebsgesellschaft wird demnach eine Empfehlungen für die Primärprävention von Mama- und Kolonkarzinom eine körperliche Aktivität an fünf Tagen pro Woche über mindestens 30 (besser 45) bis 60 Minuten definiert. Die Intensitäten sollten als» etwas anstrengend« empfunden werden. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Bewegungsumfang auch schützend nach einer Brustkrebserkrankung wirken kann.

 

Ein Interview vom Senologie-Kongreß 2016 mit PD Freerk Baumann (Köln) zum Thema: “Sport und Bewegungstherapie.”

 

Prävention durch Sport und körperliche Aktivität bei Krebs?

Bereits in den 50er Jahre wurde ein Zusammenhang zwischen sportlichen Aktivitäten und der möglichen Senkung eines Krebsrisikos beschrieben. Heutzutage belegen zahlreiche Studien zumindest für die Primärprävention (Vorbeugung) bei einigen Krebserkrankungen diesen Zusammenhang. Aufgrund der komplizierten Durchführbarkeit dieser Studien gibt es allerdings aus wissenschaftlicher Sicht einige limitierende Faktoren, die die Aussagekraft einschränken. Denn die Nutzung von Fragebögen oder Interviews zur Erfassung der Umfänge von Sport sind rein subjektiv und zeigen nie das genaue Aktivitätsniveau der Menschen an.

Darüber hinaus spielen unterschiedliche genetische Merkmale eine ebenso große Rolle, die nur eine grobe Aussage zuzulassen. Die Datenlage ist darüber hinaus für die Primärprävention (Vorbeugung) und die Tertiärprävention (Rezidiv Senkung) sehr verschieden.

 

Autoren: Freerk Baumann (Deutsche Sporthochschule Köln); Nadia Harbeck (Brustzentrum, Unifrauenklinik der Universität München); Alexandra Leskaroski (Brustzentrum, Unifrauenklinik Köln)

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