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Mein Mann und ich

Mein Mann und ich published on

Tulpen_VergissmeinnichtMein Mann und ich, wir sind seit 23 Jahren zusammen und seit fast 17 Jahren verheiratet. Irgendwann, nach der Hochzeit, kam in uns der Wunsch nach Kindern auf. Ganze 7 Jahre haben wir alles erdenkliche versucht, um schwanger zu werden. Temperatur messen, 7 Inseminationen, Hormongaben en masse, unzählige Untersuchungen…

Dann im Jahr 2001 versuchten wir unsere 1. IVF (künstliche Befruchtung). Es war eine körperliche und seelische Tortur. Aber es hatte sich gelohnt, wir wurden gleich nach dem 1. Versuch schwanger. Eine so glückliche Zeit für uns…unser Sohn wurde im Juni 2002 geboren. Ein gesunder wunderschöner Junge.  Er entwickelte sich prima und wir waren eine glückliche gesunde Familie. Acht Jahre lang…

Ein Tag nach dem 8. Geburtstag unseres Sohnes wurde eine Biopsie meiner rechten Brust gemacht. Ich hatte im Mai einen Knoten ertastet und eigentlich geahnt, das da etwas nicht stimmt.  Am 01.07.2010 habe ich die schreckliche Diagnose Brustkrebs bekommen. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen…

Ich wollte nie eine 2. IVF, weil ich Angst hatte, Brustkrebs zu bekommen…irgendwie sehr seltsam…vielleicht hatte ich das geahnt. Mein erster Gedanke war: „So jetzt siehst du dein Kind nicht aufwachsen, er macht ohne dich Abitur und wird ohne dich heiraten…PANIK. Ich kam umgehend in die Klinik und war nur noch voller Angst. Es machte mir Angst, andere krebskranke Frauen zu sehen und es machte mir sehr große Angst, dass ich nicht wusste, was eigentlich auf mich zu kam. Mein Mann sagte von Anfang an : „Das schaffen wir, wir haben schon so viel geschafft, das werden wir auch zusammen hin bekommen.“

Meinem Sohn erklärte ich das ich etwas in der Brust habe, was Mama sehr krank macht und das die Ärzte das raus holen, damit ich wieder gesund werde. Fernmetastasen hatte ich zum Glück nicht. Ich wurde das erste Mal operiert und der Tumor sowie der Wächterlymphknoten wurde entfernt. Dann nach 3 Tagen wurde ich zum 2.Mal operiert, da es in dem Wächterlymphknoten noch eine kleine Metastase gab. Als mein Sohn von seiner Oma hörte, dass ich zum 2. Mal operiert werde, liefen ihm die Tränen. Später, in der Mutter Kind Kur der Rexrodt von Fircks Stiftung in Grömitz, habe ich erfahren, dass er große Angst hatte, das ich sterbe. Diese ängstlichen Augen werde ich niemals vergessen. Nach meinen OP‘ s fuhren wir für 2 Wochen in den Urlaub und das tat mir unglaublich gut. Mit meiner kleinen Familie einfach nur ausspannen und versuchen abzuschalten. Es gelang uns ganz gut. Danach war ich einigermaßen gestärkt und kampfbereit, um die Therapie durchzustehen.

Ich bekam ab August meine 6 Chemos und war am 14.12. damit durch. Für meine Familie war es eine harte Zeit, mein Mann und mein Sohn mussten zusehen, wie ich Schmerzen hatte und es mir zum Teil schlecht ging. Für meinen Sohn war es furchtbar zu sehen, das seine „Mamsi“ keine Haare mehr hat und ab und zu geweint hat. Ich habe mich oft beherrscht, aber manchmal ging es eben nicht. Nach der Chemo folgten 32 Bestrahlungen, die ich gut überstand.

Am 01.07. jährt sich der Tag der Diagnose zum 2. Mal und bis heute bin ich rezidivfrei.

Ich genieße mein Leben mit meinem Mann und meinem Sohn nun noch mehr. Gestern wurde er aus der Grundschule verabschiedet und ich hoffe und wünsche mir, dass ich seinen Schulabschluss, seine Ausbildung und auch seine Hochzeit erlebe. Ich liebe meine kleine Familie sehr!

 

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