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Ein Knoten in meiner Brust – Fragen zum Thema Brustkrebs

Ein Knoten in meiner Brust – Fragen zum Thema Brustkrebs published on
Haidinger_R_2015_08
Renate Haidinger, 1. Vorsitzende Brustkrebs Deutschland e.V.

Sie oder Ihre Ärztin/Ihr Arzt haben eine Veränderung in Ihrer Brust entdeckt

Sie sollten nun dringend eine gute Mammographie machen lassen. Fragen Sie in der radiologischen Praxis nach, ob dort die Zahl von ca. 4000-5000 Mammographien pro Jahr und Arzt erreicht wird und ob ein zweiter Arzt die Mammographie ebenfalls befundet. Zur zusätzlichen Abklärung sollte auch noch ein Ultraschall gemacht werden.

Kann hierbei nicht eindeutig abgeklärt werden, ob die Veränderung gutartig ist, dann gehen Sie bitte in ein zertifiziertes Brustzentrum. Dort sollten zwischen 100 und 150 Neuerkrankungen pro Jahr behandelt werden und die medizinischen Fachabteilungen sollten interdisziplinär zusammenarbeiten. Nur so ist eine qualifizierte Abklärung und Behandlung gewährleistet.

VORSICHT: Lassen Sie sich den Knoten nicht auf die Schnelle herausnehmen, denn bei Bösartigkeit benötigen Sie eine individuell zugeschnittene Behandlung, die nur größere Häuser/Zentren anbieten und für die auch andere Fachabteilungen hinzugezogen werden. Möglicherweise kommt auch eine Therapie vor der Operation für Sie in Frage.Vor einer Therapie und Operation sollte durch eine Vakuumstanzbiopsie abgeklärt werden, ob der Tumor bösartig ist und welche Tumoreigenschaften (Tumorbiologie) er besitzt. Lassen Sie sich die verschiedenen operativen Vorgehensweisen genau erklären (brusterhaltend, Brustentfernung,Wiederaufbau mit Fremd- oder Eigengewebe), holen Sie auch hier gerne eine zweite Meinung ein.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt hat Ihnen mitgeteilt, dass Sie an Krebs erkrankt sind und Ihnen eine Chemotherapie bevorsteht

Diese Diagnose ist für jeden Menschen ein Schock. Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich im ersten Augenblick wie gelähmt. Danach schießen viele Fragen durch den Kopf: nach der Krankheit, der Therapie und den damit verbundenen Chancen und Risiken. Verlieren Sie nicht den Mut und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über das, was Sie bewegt. Vielleicht sind Sie im Moment verunsichert und nicht in der Lage, Ihre Gedanken zu ordnen. Wir möchten Sie dabei unterstützen, sich gezielt über Ihre Therapie zu informieren. Ihr Wissen wird Ihnen helfen, Ihre Kräfte zu sammeln und wirksam im Kampf gegen die Krankheit einzusetzen.

Gerne können Sie sich mit Fragen auch an uns wenden. Alle Informationen zu unserem Beratungsangebot finden sie hier.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die häufigsten gestellten Fragen von Patientinnen und Patienten.

Die Therapie

  • Wie viele Brustkrebsoperationen macht der behandelnde Arzt pro Jahr?
  • Wie groß sind meine Chancen, geheilt zu werden?
  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es und welche sind für mich geeignet?
  • Kommt für mich schon vor der OP eine Therapie in Frage?
  • Wie lange dauert die Therapie, wo und wie oft findet sie statt?
  • Wie läuft die Therapie genau ab, was passiert dabei?
  • Wird mich die Therapie stark in meinem täglichen Leben beeinträchtigen?
  • Muss ich zur Therapie ins Krankenhaus?
  • Woran erkennt man, ob die Therapie wirkt?
  • Kann ich an einer Studie teilnehmen?

 

Die Nebenwirkungen

  • Was sind mögliche Nebenwirkungen meiner Chemotherapie / Antihormontherapie / Antikörpertherapie oder sonstiger Therapie?
  • Sind diese Nebenwirkungen gefährlich?
  • Wann setzen diese ein und wie lange dauern sie an?
  • Wie kann ich mich vor ihnen schützen?
  • Gibt es Möglichkeiten, manche Nebenwirkungen der Therapie zu behandeln?
  • Leidet mein Immunsystem unter der Therapie?

WICHTIG: Sie haben Zeit, sich eine zweite Meinung einzuholen. Nutzen Sie diese Tage, um sich mit der neuen, schwierigen Situation auseinander zu setzen, und erkundigen Sie sich, ob andere Häuser anders vorgehen würden. Stellen Sie so viele Fragen, wie Sie brauchen, um sich ein genaues Bild Ihrer Therapie machen zu können. Erst dann müssen Sie sich entscheiden. Sortieren Sie ihre Fragen nach Wichtigkeit.

Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg!

Ihre Renate Haidinger

1.Vorsitzende Brustkrebs Deutschland e.V.

Download PDF „Ein Knoten in Meiner Brust“ 

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